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19.5.2012 : 7:40 : +0200

Individuelle Holons

Individuelle Holons haben ein ortbares Innen ( Absicht, Bewusstheit, Subjektivität ) und ein einheitliches Außen ( Ausdehnung, Gestalt, Objektivität ) als ihnen immanent und zugehörig.

Sie sind „Mikro“- Holons.

Alle empfindsamen Holons haben vier Quadranten, so dass jedes individuelle Holon durch seine Fähigkeiten, den Kontext, das soziale System und seinen kulturellen Hintergrund geformt ist.

[ Grundsatz 9. Holarchien koevolvieren bzw. tetraevolvieren. ]

 

Bewusstsein

  • Alle individuellen Holons sind empfindsame Holons
  • Individuelle Holons besitzen subjektive Aufnahme, Reizbarkeit, Empfindung, Wahrnehmung, Impuls, Emotion, Symbole, Begriffe, Konzepte.
  • Beim Aufsteigen in der großen Holarchie entwickelt sich zunehmend Verantwortung, Mitgefühl, und Bewusstsein.

Ganzes und Teil

  • Bei individuellen Holons bedeutet Teil zu sein, ein bildendes Element oder ein eingefasster oder organischer Bestandteil von einem „Senior“-Holon zu sein.
  • Als Teil wird ein Holon ein „Junior“-Holon oder ein „bildendes“, „primitives“, oder „Wurzel-“Element genannt. Als Ganzes wird es „Senior“ Holon oder „holistisches System“ genannt.
  • Als konstituierender Teil eines „Senior“ Holons, wird die „aktive Identität“ (Agenz) des individuellen Holons dem „Senior“-Holon untergeordnet,
  • d. h. das „Junior“-Holon bewahrt sein kohärentes und autonomes Muster, aber seine Aktivität und Funktion werden zu einem gewissen Grade von der Agenz (aktiven Identität) des „Senior“ Holons bestimmt.
  • Als Ganzes bleibt es „es“ selbst, als Teil muss es sich einfügen.

[Grundsatz 5. Das Niedrigere setzt die Möglichkeiten des Höheren, das Höhere setzt die Wahrscheinlichkeiten des Niedrigeren.]

 

Agenz ( aktive Identität ) / Kommunion ( relative Autonomie )

  • Sein Agenz ( Selbsterhaltung/Selbstbehauptung/ Assimilationstendenz und Selbsterneuerung ( Autopoiese ) bringt seine Ganzheit zum Ausdruck.
  • Seine Kommunion (Selbstanpassung / partizipatorische Tendenz), seine relative Autonomiebekundet seine Teilheit, seine Beziehung zu etwas Größerem

Holons existieren vermöge ihrer Wechselbeziehungen, ihres Kontexts, aber sie sind nicht durch den Kontext „definiert“, sondern durch ihre Muster.

Diese Form, dieses innere Muster (Existenzmuster, Evolutionstendenzen, Gesetze der Form, Ausdrucksneigungen, „relativ stabile Gewohnheiten“), hat verschiedene Namen: Entelechie (Aristoteles), morphische Einheit oder morphisches Feld (Sheldrake), Regime, Kodex oder Kanon (Koestler), Tiefenstruktur (Wilber).

  • Die gestaltenden Muster eines individuellen Holons sind dynamisch und eigenständig selbsterhaltend.
  • Wenn ein Junior – Holon ein Bestandteil eines Senior-Holons wird, wird sein Agenz dem des Senior- Holons untergeordnet.

Das bedeutet, dass das Junior Holon eine relative Autonomie beibehält, aber seine Aktivität und Funktionsweise werden zu einem gewissem Grade durch das Agenz des Senior-Holons bestimmt.

 

Hierarchie

Individuelle Holons existieren eingebettet in Hierarchien oder Holarachien von anderen individuellen Holons, in dem jedes Junior-Holon ein konstituierendes Element oder eine organische Komponenete des Senior-Holons ist.

(Zerstöre irgendeine Holonart, und du vernichtest damit alle höheren Holons, aber keine niedrigeren.)

Wenn man alle Moleküle des Universums zerstörte, würde man alle Zellen und Organismen zerstören, aber nicht die Atome oder Quarks.

Diese einfache Regel erlaubt es uns zu bestimmen, was sich „höher“ und was sich „tiefer“ in einer Hierarchie befindet, oder die Bestimmung von grundlegend (fundamental) und bedeutend (significant):

je niedriger ein Holon ist, desto grundlegender ist es, da es ein Bestandteil oder konstituierendes Element von vielen anderen Holons ist. [d.h. Atome sind Teile von Molekülen und Zellen und Organismen, und sie sind alle abhängig von der Existenz der grundlegenden Atome.];

aber je höher ein Holon ist, desto bedeutender ist es, da es viele andere Holons enthält

[eine Zelle enthält bzw. schließt Moleküle, Atome und Quarks ein, wogegen Atome z.B. nur Quarks einschließt. Daher ist eine Zelle weniger grundlegend aber bedeutender als ein Atom; ein Atom ist weniger bedeutend aber grundlegender.]

Dies gilt für alle Hierarchien und in jedem Quadranten.

 

Größe

Allgemein gesprochen werden individuelle Holons größer und größer, denn jedes Senior Holon schließt seine Junior-Holons buchstäblich ein bzw. umfängt es (transzendiert es und schließt es ein.)

Daher sind Zellen größer als Moleküle, die wiederum größer als Atome sind.

Aber man muss hier sehr vorsichtig sein, da die physische Größe nur bei den äußeren Aspekten von Holons zutrifft. ( Rechte Quadranten )

In den inneren Feldern, ist jedes Senior –Holon größer in dem Sinne, dass es mehr einschließt bzw. mehr ausgedehnt ist.

Daher ist z.B. ein Begriff nicht buchstäblich größer als ein Symbol, aber ein Begriff beinhaltet vielmehr Verweise, als ein Symbol. In diesem Sinne beinhaltet eine Regel viele Begriffe, und formal operationales Denken beinhaltet viele Regeln.

Also innere Senior-Holons transzendieren und schließen ihre Junior-Holons ein und sind in diesem Sinne größer. Sie umschließen mehr und sind mehr ausgedehnt.

Daher ist bei individuellen Holons jedes Senior-Holon im physischen Sinne und im transzendenten Sinne größer.

Nirgendwo wird dies deutlicher, als bei der Selbst-Identität eines Holons, welches sich in der Gesamtschau der Evolution von der Egozentrischen zur Ethnozentrischen zur Weltzentrischen zur Theozentrischen bzw. Kosmozentrischen Sichtweise ausweitet. Eine Identität, die sich von einer isolierten Einheit buchstäblich allem im Gesamtkosmos ausgeweitet hat.

Beispiele von individuellen Holons finden sich im 4 Quadranten Model in den beiden oberen Quadranten (OL + OR)

Wesentlich ist, dass Individuelle Holons sowohl eine innere als auch eine äußere Dimension besitzen.

 

Innerer und äußerer Quadrant ( Dimension)

Oben links             Oben rechts
Innerlich – Individuell             äußerlich - individuell
Intentional             verhaltensbezogen
Schaulogik (13)             SF 3 (13)
Formal operational (12)             SF 2 (12)
Konkret operational (11)             Structure-Function 1 (11)
Begriffe (10)             komplexer Neokortex (10)
Symbole (9)             Neokortex (Dreifach – Hirn) (9)
Emotion (8)             limbisches System (8)
Impuls (7)             Reptilienhirn (7)
Wahrnehmung (6)             Rückenmark (6)
Empfindung (5)             neurale Organismen (5)
(4)             Eukaryoten (4)
Reizbarkeit (3)             Prokaryoten (3)
(2)             Moleküle (2)
Aufnehmen (1)             Atome (1)